Operative Möglichkeiten

Magenoperationen

  • Magenband
  • Schlauchmagen
  • Magen-Bypass
  • Magenballon
Operative
Methoden

Das Magenband

 

Um den obersten Teil des Magens wird ein verstellbares Magenband gelegt. Durch den engen Durchgang werden Nahrung und Flüssigkeiten von der kleineren oberen Magentasche in den Restmagen geleitet. Diese kleine Magentasche benötigt nur wenig Nahrung bis sie gefüllt ist und ein Sättigungsgefühl erreicht wird. Das Band ist verstellbar und grundsätzlich kann der Eingriff rückgängig gemacht werden. Das Band ist mit einem Port, der unter der Haut implantiert wird mit einem Schlauch verbunden, darüber kann das Band enger oder weiter eingestellt werden.

 

Vorteile:

  • Das Magenband verändert die Anatomie nicht.
  • Die Aufnahme der Nährstoffe ist unverändert. Daher kommt es zu keinem Vitamin- oder Mineralmangel oder zu anderen Nebenwirkungen, die mit einer schlechteren Absorption in Verbindung stehen.
  • Das Magenband kann für jeden Patienten individuell eingestellt werden.
  • Eine Magenspiegelung ist weiterhin problemlos möglich.

 

Nachteile:

  • Der Operationserfolg kann ausbleiben, wenn Sie immer wieder Zwischenmahlzeiten einlegen oder stark kalorienreiche und fetthaltige Getränke trinken.
  • Der Gewichtsverlust ist geringer als bei anderen Verfahren.
  • Es kann zu langfristigen Problemen kommen, wenn sich der Magen erweitert oder sich die Beweglichkeit des Magens ändert.

 

Der sichere Erfolg dieser Operationstechnik ist unumstritten und trotzdem von einer guten Mitarbeit der Patienten abhängig. In ausgewählten Fällen kommen andere Operationsverfahren wie der Magenbypass oder die Bildung eines Magenschlauchs in Frage. Das Therapiekonzept wird in jedem Fall individuell nach einem intensiven Vorgespräch festgelegt.

Schlauchmagen (Sleeve-Resektion)

 

Bei dieser Operation wird der größte Teil des Magens entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen verbleibt. Patientinnen und Patienten verspüren ein schnelles Sättigungsgefühl und können deutlich weniger Nahrung aufnehmen. Es wird der Teil des Magens entfernt, indem das Hormon Ghrelin gebildet wird. Dieses Hormon ist für die Entstehung des Hungergefühls verantwortlich.

 

Bei Patientinnen und Patienten mit einem sehr hohen Gewicht, kann der Schlauchmagen auch der erste Schritt von zwei Operationen sein. Nach bereits erfolgter Gewichtsabnahme wird der Schlauchmagen in einem zweiten Eingriff zu einem Magen-Bypass umgewandelt.

 

Vorteile:

  • Starke Verkleinerung des Magens, aber der normale Weg der Nahrung bleibt erhalten.
  • Ghrelin-Areal entfernt, dadurch weniger Hungergefühl, weniger Heißhungerattacken.
  • Verdauungstrakt bleibt vollständig erhalten, selten Mangelerscheinungen (Vitamine/Mineralien)
  • Eine Magenspiegelung ist auch weiterhin problemlos

 

Nachteile:

  • Die Wirkung der Verkleinerung des Magens funktioniert nicht bei flüssigen hochkalorischen Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten.
  • Nicht umkehrbare Operation – Magen wird entfernt.
  • Durch die Naht am Schlauchmagen sind Komplikationen wie Undichtigkeiten oder Fisteln möglich.

Magen-Bypass

 

Bei dieser Operation wird der Magen durch eine Klammernaht in zwei Teile getrennt: in eine kleine obere Magentasche und einen großen Restmagen. Diese Magentasche kann nur wenig Nahrung aufnehmen bis sie gefüllt ist. Zusätzlich wird der Dünndarm mit einem Bypass überbrückt, wodurch sich die Nahrung erst später mit den Verdauungssäften vermischen kann, so dass eine vollständige Kalorienaufnahme verhindert wird.

 

Vorteile:

  • Mehr Gewichtsverlust als beim Magenband oder Schlauchmagen.

 

Nachteile:

  • Die Operation selber hat höhere Risiken als z. B. das Einsetzen eines Magenbandes.
  • Weil nicht mehr alle Vitamine und Nährstoffe aufgenommen werden können, müssen Sie lebenslang Vitamin- und Mineralstoffpräparate zu sich nehmen.
  • Eine Spiegelung des Restmagens ist nicht mehr möglich.

Der Magenballon

 

Anwendung und Wirkmechanismus
Bei einem Magenballon handelt es sich um einen Silikonballon, der im ungefüllten Zustand mittels einer Gastroskopie (Magenspiegelung) während einer kurzen Allgemeinnarkose in den Magen eingeführt wird.
Nach dem Einbringen in den Magen wird der Ballon mit 400 bis 700 ml sterilen Kochsalzlösung befüllt. Zusätzlich wird ein Farbstoff hinzugefügt, um so ein evtl. Leck des Ballons durch eine Verfärbung des Urins frühzeitig zu erkennen.

 

Der Ballon darf nur max. ein halbes Jahr im Körper verbleiben, da dann die Herstellergarantie auf das Material endet und es besteht nach dieser Zeit die Gefahr, dass der Magenballon durch die Magensäure angegriffen werden kann und somit Materialfehler auftreten.

 

Der Ballon hat einen restriktiven Effekt, wirkt also volumenbegrenzend. Er führt wie das Magenband zu einer Verminderung der Essmenge und damit zur Abnahme des Gewichtes. Die aufgenommene Nahrung bleibt durch den Ventileffekt des im Magen liegenden Fremdkörpers längere Zeit vor dem Ballon liegen, kann diesen nur ganz langsam passieren und füllt so den Magen schnell bis zur Sättigung.

 

Der Magenballon stellt letztlich nur eine vorübergehende Maßnahme, z. B. zur Operationsvorbereitung dar.

 

Der Balloneffekt bleibt nach der Entfernung des Ballons (die erneut im Rahmen einer Magenspiegelung erfolgt) noch ungefähr zwei Monate erhalten, bis dann die möglichen Essmengen wieder größer werden. Man könnte dann - sofern nötig und möglich – einen weiteren Ballon implantieren.

 

Der Balloneffekt bleibt nach der Entfernung des Ballons (die erneut im Rahmen einer Magenspiegelung erfolgt) noch ungefähr zwei Monate erhalten, bis dann die möglichen Essmengen wieder größer werden. Man könnte dann - sofern nötig und möglich – einen weiteren Ballon implantieren.
Der Ballon stellt in den meisten Situationen keine Dauerlösung dar, da erfahrungsgemäß, wie bei allen "Diäten", nach Entfernung des Ballons der Erfolg nicht sehr lange gehalten werden kann. Daher ist die Ballonbehandlung bei Patienten mit bereits langjähriger Diäterfahrung und typischem JOJO-Effekt nur dann zu empfehlen, wenn tatsächlich für wenigstens 1 Jahr nach dem Ballon diese unterstützenden Maßnahmen zur Anwendung kommen, wie zum Beispiel ein strukturiertes Sportprogramm und/oder eine psychologisch orientierte Ernährungsberatung.

 

Die täglichen Dinge des Lebens können problemlos durchgeführt werden, dies gilt auch für normalen Sport.